Geld steht nicht Obmann. Dieser Satz dürfte vielen Turnier-Veranstaltern präsent sein. Beschreibt er doch recht treffend eine Situation, welche vielfach auf Turnieren anzutreffen ist. Den Mangel an Kampfleitern in Verbindung zu den teilweise astronomisch anmutenden Ablöseforderungen die einige Veranstalter, leider auch der DFB selbst, aufstellen.
Geld trainiert noch lange nicht. Dieser Satz dagegen ist noch nicht wirklich bekannt. Das liegt aber an der Wahrnehmung vieler Vereinsvorstände deren Probleme schon beim Geld, also noch einen Schritt früher, beginnen. Fakt ist, in Deutschland werden die Trainer knapp.
Geld und Ideen fehlen
Prinzipiell sollte also jeder Vereinsvorstand eine Idee zur Finanzierung seiner sportlichen Ziele und Aufgaben haben, sowie diese umsetzen können. Soviel zur Theorie. Flächendeckend gibt es keinen Masterplan und auch der Deutsche Fechterbund, der sich auf die Fahnen geschrieben hat Mustervereine bei der Analyse und Entwicklung zu begleiten, hat nicht wirklich eine Vorstellung wie er sich weitergehend die Trainer-Finanzierung vorstellt. Der Förderalismus wird spätesten an dieser Stelle als Brandmauer mißbraucht, gespickt mit dem Hinweis, Landesverbände und Vereine seien Selbstständig und die Probleme zu vielfältig als das der Spitzenverband hier Empfehlungen geben könnte.
Beruf unattraktiv
Auch wegen der fehlenden Finanzen und der damit unklaren beruflichen Zukunft ist ein Trainernachwuchs in der Vergangenheit nicht im ausreichenden Maße herangebildet worden. Konnte der Deutsche Fechtsport nach 1990 noch aus der Quelle Ex-DDR schöpfen, sind diese meist gut ausgebildeten Trainer jetzt meist schon in einem Alter in dem die Rente greifbar nah ist.
Auch mit Personal aus Osteuropa, die vielfach beschriebene Wunderwaffe manches Vereins, lassen sich strukturelle Probleme im Deutschen Fechtsport nur notdürftig übertünchen.
Die wirtschaftliche Stärke anderer Sportarten, die ihre Wertschöpfung eben auch aus der Medienpräsentation ihrer eigenen Sportart generieren, ist eben dem Fechten nicht gegeben. Auch hier gibt es im Deutschen Spitzenverband erkennbar Niemanden, der hierzu Ideen umsetzten könnte, was eigentlich das Hauptproblem jeder Art von Versuchen, den Fechtsport auch wirtschaftlich zu betreiben, darstellt. Selbst Ideen sind Mangelware.
Zieldefinition fehlt
In diesem Zusammenhang wird auch klar, dass es dem Spitzenverband an klar definierten Zielen fehlt. Vielleicht sollte sich der Verband selbst im Moderatoren-Projekt als Musterverein zur Verfügung stellen. Denn die Probleme sind die gleichen. Es mangelt an wirklicher Mitarbeit, an Zielen und an Ideen.