Dass zum Beispiel Fußballer weniger intelligent sind als die Normalbevölkerung und Bodybuilder geringere Intelligenz haben, sind populäre Vorurteile, die durch Studien nicht zu belegen sind. Im Gegenteil: Im Laufe der Lebens ist es wichtig als Kind Bewegung und Sport im ausreichendem Maße betrieben zu haben, da dies zur Förderung verschiedener Intelligenzbereiche beiträgt. Fehlt die motorische Entwicklung, so kann sich das langfristig auch negativ auf die Intelligenz auswirken.
Dass Sport die soziale Intelligenz steigert, ist längst kein Geheimnis mehr. Teamsport schult nicht nur den Umgang mit Mitspielern, sondern kann auch für das Miteinander im Job vorteilhaft sein. Weist jemand keine soziale Intelligenz auf, wird er sich umgekehrt im Teamsport auch nicht durchsetzen können.
Jogging für das Gehirn
Neben positiven Auswirkungen auf das Immunsystem haben zahlreiche Untersuchungen belegt, dass Sport auch die Gehirntätigkeit anregt. Bewegung soll die Denkleistung und das Denkvermögen verbessern. Bei Mäusen konnten Hirnforscher des Max-Celbrück-Centrums für Molekulare Medizin und der Charité-Universitätsmedizin Berlin vor kurzem nachweisen, dass das Joggen der schwangeren Mäusemütter einen positiven Effekt auf die Gehirnentwicklung des Nachwuchses ausübt. Inwieweit sich das Ergebnis auf den Menschen umlegen lässt, ist aber noch nicht klar.
Sport aktiviert neuronale Muster
In der motorischen Entwicklung in der Kindheit werden mehr neuronale Muster aktiviert. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen Sport und Intelligenz. Betreibt man später im Erwachsenenalter keinen Sport, ist man nicht weniger intelligent. Wer aber Sport betreibt, wird stressresistenter und erzielt bessere Gedächtnisleistungen. Durch die größere Stressresistenz können bei Sportlern zum Beispiel bessere Arbeitsleistungen erzielt werden.
Sportarten verlangen Köpfchen
Betrachtet man den Zusammenhang zwischen Sport und Intelligenz umgekehrt, stellt sich die berechtigte Frage, ob manche Sportarten Intelligenz voraussetzen. In gewissen Sportarten, wo zum Beispiel mehr mathematisch-logische Fähigkeiten gefordert sind, werden sich jene durchsetzen, die diese Fähigkeiten schon von sich aus mitbringen. Fechten ist zum Beispiel eine Sportart, die in mehreren Intelligenzbereichen sehr fordert. Generell sind es taktische Sportarten, wo verschiedene Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen sind und man sich auch auf sich selbst konzentrieren muss.
Testverfahren für Intelligenz ist entscheidend
Ob sich der Intelligenzquotient durch Sport verbessert, hängt vom jeweiligen Testverfahren ab. Wenn man vom IQ spricht, spricht man in der Regel von mathematisch-logischer, räumlicher und sprachlicher Intelligenz. Was nicht erfasst wird, sind Bereiche wie soziale oder motorische Intelligenz. Sportler sind natürlich Experten im Bereich der motorischen Intelligenz. Es kann natürlich vorkommen, dass Sportler Defizite in der sprachlichen oder der räumlichen Intelligenz haben, weil sie einen Beruf ausüben würden, der das so nicht erfordert. Ein Lehrer wird zum Beispiel mehr Fähigkeiten im Bereich der mathematisch-logischen Intelligenz haben. Das heißt, wenn man den Intelligenzbegriff im Bezug auf Sport einsetzt, muss man beachten, dass es einfach verschiedene Intelligenzbereiche gibt. So gesehen ist der IQ für die Intelligenz eines Sportlers nicht unbedingt aussagekräftig. (gex)