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Samstag, 22. November 2008
"Wir wollen vier Medaillen plus X". Nimmt man die Aussage vom DFB Präsidenten Gordon Rapp und seines Sportdirektors Claus Janka im Vorfeld der WM in Turrin als Grundlage, so wurde das Ziel sicher nicht erreicht. Trotzdem war der Fecht-Präsident Rapp nach den Vorkämpfen zufrieden. Die DFB-Website zitiert ihn mit: „Das entspricht in etwa dem, was wir erwartet hatten“. Laut DFB ist das Deutsche Team in den Team-Wettbewerben stärker, was von den Zahlen her auch stimmt. Eine Medaille, Gold für Peter Joppich, im Einzel und zwei Medaillen in den Team-Wettbewerben.

Lichte Blicke und ein strahlender Sieger

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"Joppich ist der einzige Fechter mit Star-Potenzial", so tönte es nicht nur einmal. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und wenn man schon keinen Star hat, ist der Versuch einen herbeizureden vielleicht opportun. Trotzdem, Peter Joppich focht das nicht an und er tat das, was er offensichtlich gut kann. Fechten. Mit seiner Gold-Medaille rettete er wahrscheinlich einigen DFB-Funktionären die Nachtruhe während der WM.
 
Ein Lichtblick ist mit Sicherheit die 16-jährige Alexandra Bujdoso. Tolle Leistung, Medaille in Reichweite und einfach froh über ihre Leistung, wurde sie gleich mal als "Retterin der Säbel-Finanzen" gefeiert. Wer möchte nicht Retter der DFB-Finanzen sein?

Der Schatten

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Was dagegen die Abteilung Herrendegen ablieferte, hätte dem Film "Die Schattenmänner" entstammen können. Das Team von Bundestrainer Steegmüller glänzte vor dem Turnier durch schlechte Presse und mittelmäßige Saisonleistungen. Das der Bundestrainer, mit der Feststellung: "Wir sind im Mittelfeld gelandet", eine Art Selbstkritik erkennen lies, hätte ihn vermutlich bald geadelt. Leider folgte danach die nahezu unglaubliche Aussage: "Wir müssen jetzt wieder angreifen und kämpfen, um nach vorne zukommen. Das tut zur Abwechslung auch mal gut; so können wir uns selbst neu aufstellen. Das ist auf jeden Fall besser, als sich auf Dauer an der Spitze verteidigen zu müssen." Offen bliebt an welcher Spitze er sich in den letzten Monaten verteidigen musste. In anderen Sportarten wäre ein Bundestrainer mit diesem Leistungsnachweis und solchen Aussagen wahrscheinlich "gegangen worden".

Was bleibt?

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Es bleiben die Kernaussagen der WM. Ein anderer Deutscher Bundestrainer gab offen nur "Mittelmaß" zu, was der Wahrheit entspricht, von den Herrenfloretttisten einmal abgesehen. Das die "Decke dünn" ist wurde auch erkannt. Was tut der Verband dagegen?
 
Es bleibt auch die Tatsache das Deutschland in der Nationenwertung jetzt auf Platz 7 rangiert. Positiv betrachtet ist Fecht-Deutschland in der Punktewertung sogar fünftbeste Nation, immerhin 4! Punkte vor China. Fakt ist aber, unsere Gegner tragen jetzt Namen wie Japan, Österreich und Rumänien. Frankreich, Italien und Russland, sicher auch bald China, sind eben eine andere Liga.
 
Es wäre also Zeit etwas für die Förderung des Nachwuchses und die Entwicklung des Fechtsports in "Old Germany" zu tun. Sonst erleben wir bei der WM in St. Petersburg einen weiteren Tiefpunkt des Tiefpunktes und die Franzosen besorgen uns Backstage-Tickets für Peking 2008. (sat)
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